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Warum Naturpools und Schwimmteiche in Zeiten der Wasserknappheit die klügere Wahl sind – und ganz nebenbei zum Wasserspeicher im Garten werden.

34 Grad, der Rasen strohgelb, aus dem Gartenschlauch tropft nur noch schlechtes Gewissen. Und in immer mehr Gemeinden kommt in solchen Sommern noch etwas anderes dazu: ein Schreiben mit dem Betreff „Befüllverbot für Swimmingpools“.

Kein Einzelfall mehr. In Hartberg-Fürstenfeld hat die Gemeinde 2022 die Poolbefüllung schlicht untersagt, bei Zuwiderhandlung drohten bis zu 3.000 Euro Strafe. Kärnten ist noch einen Schritt weitergegangen und hat sein Gemeindewasserversorgungsgesetz geändert: Bürgermeister:innen dürfen seither Poolbefüllungen und Gartenbewässerung schon vorbeugend untersagen – nicht erst, wenn der Brunnen bereits trockenfällt. Strafen bis 2.180 Euro sind da schnell keine leere Drohung mehr.

Das Landwirtschaftsministerium beruhigt zwar: Eine flächendeckende Wasserknappheit sei für Österreich derzeit nicht zu erwarten. Nur hilft das wenig, wenn ausgerechnet die eigene Gemeinde im Hochsommer den Hahn zudreht. Wasserknappheit ist ein lokales Phänomen – und genau deshalb sollte man sich schon bei der Poolplanung fragen, wie abhängig das eigene Vergnügen vom nächsten Regen ist.

Der Chemiepool hat gleich zwei Wasserprobleme

Ein konventioneller, chemisch aufbereiteter Pool braucht nicht nur beim ersten Befüllen viel Frischwasser. Undichtigkeiten, Frostschäden, ein Algen-Crash oder einfach der Wunsch nach klarem Wasser bedeutet meistens im Frühjahr kompletten Ablassen, putzen und Neubefüllen. Und ausgerechnet dann, wenn man das Wasser am dringendsten braucht, ist es oft am knappsten.

Weniger bekannt ist der zweite Haken: Das alte Poolwasser ist nicht einfach „weg“, wenn der Stöpsel gezogen ist. Weil es Chlor und andere Aufbereitungschemikalien enthält, darf es laut Verbraucherzentrale nicht ungefiltert ins Grundwasser oder den Garten versickern und gehört, je nach Gemeinde, fachgerecht entsorgt oder neutralisiert. Ein Chemiepool macht also nicht nur beim Befüllen, sondern auch beim Entleeren Arbeit – und das Wasser, das gerade woanders fehlt, landet am Ende meist im Kanal.

Naturpool: einmal befüllt, für immer im Spiel

Ein Naturpool funktioniert grundlegend anders. Das Wasser wird biologisch und mechanisch aufbereitet und bleibt über viele Jahre im System. Es gibt schlicht keinen Grund, ihn im Herbst auszulassen und im Frühjahr neu zu befüllen – er bleibt einfach stehen, sauber, startklar.

Rechnen wir kurz nach, ohne dass es nach Mathestunde klingt: Ein Pool mit 8 × 4 Metern und 1,5 Metern Tiefe fasst rund 48.000 Liter. Würde ein konventioneller Pool dieser Größe jedes Jahr komplett neu befüllt, sieht der Vergleich nach fünf Jahren so aus:

192.000 Liter Unterschied, allein durch die Neubefüllungen. Zur Einordnung: Das sind, grob gerechnet, rund 1.900 volle Badewannen – die man sich in fünf Jahren einfach spart. Natürlich verbraucht auch ein Naturpool Wasser, durch Verdunstung, Spritzwasser und Pflege. Aber das trifft den Chemiepool genauso. Der Unterschied liegt woanders: Beim Naturpool wird Wasser nicht zum Wegwerfprodukt, sondern bleibt Teil eines langfristigen Kreislaufs. Das Wasser eines Naturpools kann jederzeit auf Eigengrund versickern – da es kein Chlor enthält!

Ein Pool, der nebenbei Wasserspeicher spielt

Damit lohnt sich ein zweiter Blick auf das, was da im Garten steht. Ein Naturpool ist nämlich nicht nur ein Badegewässer. Er ist gleichzeitig ein Wasserspeicher. In unserem Beispiel liegen dauerhaft rund 48.000 Liter auf dem Grundstück, bei größeren Schwimmteichen sind es 100.000 Liter und mehr.

Während der Nachbar mit der Gießkanne die letzten Tropfen aus der Regentonne kratzt, steht bei einem Naturpool-Besitzer im Ernstfall ein ordentlicher Puffer bereit – zum Gießen von Beet oder Rasen. Weil die Aufbereitung auf biologischen Prozessen statt auf Chemie basiert, ist das Wasser dafür bestens geeignet. Bei einem Chemiepool stellt sich dagegen immer die Frage, welche Aufbereitungsstoffe im Wasser stecken und ob Boden und Pflanzen das überhaupt vertragen. Badebereich und Wasserreservoir lassen sich beim Naturpool also elegant verbinden – bei einem Chlorpool nicht.

Regen sammeln, statt ihn wegzuschicken

Noch spannender wird die Rechnung, wenn Regenwasser bewusst ins Wassermanagement des Gartens eingebaut wird. Ein Naturpool kann Niederschläge aufnehmen und speichern: Regen, der auf befestigte oder geeignete Gartenflächen fällt, lässt sich gezielt sammeln und bei entsprechender Planung dem Naturpool zuführen.

Bei Dachwasser ist allerdings Vorsicht geboten – wer unseren Beitrag über Saharastaub im Naturpool gelesen hat, weiß warum: Über Dachflächen gelangen Staub, Pollen, Vogelkot und organisches Material ins Wasser. Wer Dachwasser nutzen will, kommt an einer geeigneten Vorfilterung und sauberen technischen Planung nicht vorbei. Der Grundgedanke bleibt trotzdem reizvoll: Regen fällt aufs Grundstück, wird dort gespeichert und steht später wieder zur Verfügung – statt möglichst schnell über Kanal oder Versickerung zu verschwinden.

Die unterschätzten 10 Zentimeter

Ein oft übersehener Punkt ist der Puffer zwischen normalem Betriebswasserstand und Notüberlauf. Naturpools lassen sich so planen, dass dort rund 10 Zentimeter zusätzlicher Wasserstand zur Verfügung stehen. Klingt wenig – ist es nicht. Bei 50 m² Wasserfläche sind 10 cm bereits 5 m³, also 5.000 Liter zusätzliches Speichervolumen, bevor der Notüberlauf überhaupt anspringt. Bei 100 m² sind es 10.000 Liter. Und weil laufend etwas verdunstet, entsteht während warmer, trockener Phasen ständig neue Kapazität für den nächsten Schauer. Bei entsprechender hydraulischer Planung wird der Naturpool damit zu einem echten Baustein im Regenwassermanagement des Grundstücks.

Die eigentlich spannende Frage

Die Diskussion über private Pools wird sich verändern müssen. Interessant ist längst nicht mehr nur, wie viel Wasser ein Pool beim Befüllen schluckt. Spannend ist, was danach passiert: Wird es Jahr für Jahr weggekippt und durch frisches Trinkwasser ersetzt – ausgerechnet dann, wenn die Gemeinde ohnehin knapp ist? Oder bleibt es im System, wird biologisch aufbereitet, sammelt Regen und steht im Ernstfall sogar für die Tomaten im Hochbeet zur Verfügung? Genau hier liegt die große Stärke von Naturpools und Schwimmteichen: Sie verbinden Freizeitwert mit einem klugen Umgang mit einer Ressource, die spürbar knapper wird.

Wasser nutzen, statt es zu verbrauchen

Auch ein Naturpool braucht Wasser, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Aber es macht einen erheblichen Unterschied, ob zehntausende Liter regelmäßig ausgetauscht werden oder ob dasselbe Wasser über Jahre im System bleibt, biologisch aufbereitet wird und nebenbei als Reservoir dient.

Der nächste Trockensommer kommt bestimmt, und mit ihm vermutlich das nächste Gemeindeschreiben an Pool-Besitzer. Die Frage ist nur, ob der eigene Pool dann Teil des Problems ist – oder längst Teil der Lösung.

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